Donnerstags, 15.03. - 10.05.2012, 18:30 - 21:00
(nicht am 12.04.2012)
„Stressbewältigung durch Achtsamkeit“, basiert auf dem von Prof. Jon Kabat-Zinn entwickelten und wissenschaftlich erforschten „Mindfulness-Based-Stress Reduction" Programm, das in den USA mittlerweile an über 240 Kliniken und Gesundheitszentren durchgeführt wird.
Grundlage des 8-Wochen-Kurses ist die intensive Schulung der Achtsamkeit. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Achtsamkeit oder Aufmerksamkeit, jeden Augenblick bewußt zu erfassen. Es ist ein Bewußtseinszustand, der dadurch entwickelt wird, dass man seine Aufmerksamkeit vorsätzlich also ganz bewusst, auf all jene Dinge richtet, über die man für gewöhnlich nie nachdenkt und die Aufmerksamkeit immer wieder zum gegenwärtigen Moment zurückbringt.
Inhalt des Kurses:
Durch geleitete Meditationen und sanfte Körperübungen lernen die TeilnehmerInnen Atmung, Körperempfindungen, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten. Verhaltens- und Gedankenmuster können dadurch erkannt werden. Die Praxis der Achtsamkeit befähigt uns unseren inneren und äußeren Stress besser zu bewältigen und unsere inneren Ressourcen zu mobilisieren. Dies führt zu einer Verbesserung unserer Lebensqualität. Wir lernen immer wieder inne zuhalten und den Herausforderungen unseres Lebens mit Ruhe, Klarheit und Akzeptanz zu begegnen.
Anwendungsgebiete
Das Spektrum der Beschwerden der über 10.000 Patienten, die bisher am MBSR-Programm teilgenommen haben, ist sehr breit. Zu den Diagnosen gehören – neben dem, was gemeinhin unter Stress verstanden wird – verschiedenste stressbedingte oder stresserzeugende Erkrankungen, wie chronische Krankheiten, Schmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Herzkrankheiten, Angststörungen und andere.
Dieses Programm ist nicht im engeren Sinne therapeutisch für die Grunderkrankung, sondern ermöglicht den Teilnehmenden eine effektivere Bewältigung von Stresssituationen und einen besseren Umgang mit chronifizierten Krankheitssymptomen oder Unfallfolgen sowie deren sekundären Konsequenzen. MBSR kann zudem psychischen und körperlichen Krankheiten vorbeugen (z.B. Burnout-Prävention).
Dieses Programm ist nicht im engeren Sinne therapeutisch für die Grunderkrankung, sondern ermöglicht den Teilnehmenden eine effektivere Bewältigung von Stresssituationen und einen besseren Umgang mit chronifizierten Krankheitssymptomen oder Unfallfolgen sowie deren sekundären Konsequenzen. MBSR kann zudem psychischen und körperlichen Krankheiten vorbeugen (z.B. Burnout-Prävention).
Das Programm besteht aus 8 Abenden zu je 2,5 Stunden und einem Tag der Achtsamkeit. Zwischen den Kurstagen üben die Teilnehmer das Gelernte zu Hause ein, dafür werden etwa 30 bis 45 Minuten täglich benötigt. Die Teilnehmer erhalten schriftliche Unterlagen und CDs mit Übungsanleitungen.
Bitte beachten Sie, dass eine verbindliche Anmeldung für einen MBSR 8-Wochenkurs erst nach einem persönlichen Vorgespräch erfolgen kann. Es ist für Sie kostenlos und unverbindlich.
Informationen und Anmeldungen telefonisch oder per email:Telefon: 0711/7803763 email: mbsr.info@googlemail.com
Literatur
Kabat-Zinn, J. (2001). Gesund durch Meditation. Das Große Buch der Selbstheilung, Barth.
Kabat-Zinn, J. (1998). Im Alltag Ruhe finden. Das umfassende Meditationsprogramm für alle Lebenslagen. Freiburg: Herder
Kabat-Zinn, J. (2006) Zur Besinnung kommen. Arbor Verlag
Ein interessanter Artikel aus dem
http://www.aerzteblatt.de/ nachrichten/44508/
Medizin
Wie Meditationen das Gehirn verändern
Boston – Meditationsübungen zur Stressbewältigung hinterlassen bereits nach wenigen Wochen Spuren im Gehirn. Eine deutsch-amerikanische Forschergruppe in Psychiatry Research (2011; 191: 36-43) hat sie mit der Kernspintomographie sichtbar gemacht.
Die „Mindfulness-Based Stress Reduction“ oder MBSR (auf Deutsch: „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“) wurde in den späten 70er Jahren von dem US-Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn entwickelt. Das von ihm an der University of Massachusetts in Worcester gegründete Center for Mindfulness bietet seit mehr als 30 Jahren Kurse an. Dort lernen die Teilnehmer an 8 wöchentlichen Sitzungen verschiedene Meditationen und Yoga-Übungen.
Die Gruppe um Sara Lazar vom Massachusetts General Hospital in Boston, zu der auch Britta Hölzel vom Bender Institute of Neuroimaging der Universität Giessen gehört, hat jetzt untersucht, ob die Meditationen zu sichtbaren Veränderungen im Gehirn führen. Dazu wurden 16 Teilnehmer zwei Wochen vor dem Kurs und ein zweites Mal nach dem Abschluss kernspintomographisch untersucht.
Mittels einer voxel-basierten Morphometrie wurde die Größe der grauen Hirnsubstanz im Gehirn bestimmt. Die Kontrollgruppe bestand aus 17 Personen, die sich in die Warteliste des Center for Mindfulness eingetragen hatten.
Die Forscher konzentrierten sich bei den Messungen auf Hirnareale, in denen am ehesten Veränderungen zu erwarten sind. Sie fanden diese in einer vermehrten Dichte der grauen Hirnsubstanz im Hippocampus.
Diese im Temporallappen lokalisierte Schaltstation des limbischen Systems hat wichtige Funktionen für Lernen für Gedächtnis. Veränderungen wurden auch im posterioren Gyrus cinguli, im präfrontalen Cortex, in den Amygdala, im temporoparietalen Übergang und im Kleinhirn gefunden.
Die Forscher bringen einige dieser Zentren mit der Selbstwahrnehmung, Anteilnahme (Compassion) und Selbstbeobachtung (Introspektion) in Verbindung, die durch die Meditation verstärkt werden sollen. Die Amygdala sind an der Verarbeitung von Angst und Stress beteiligt, die durch die buddhistische Meditation verbessert werden soll.
Nicht alle Befunde fügen sich in das Konzept. So hatten die Forscher auch eine Vergrößerung der Inselrinde (Insula) erwartet. Dieser Region schreiben Hirnforscher eine wichtige Rolle in der Selbstwahrnehmung und Empathie zu. Frühere Studien hatten hier Veränderungen angezeigt. Warum sie dieses Mal nicht sichtbar wurden, ist unklar.
Die Ergebnisse zeigen erstmals, dass frühere Studienergebnisse, die der MBSR oder anderer Meditationsformen günstige klinische Wirkungen zuschreiben, eine morphologische Basis im Gehirn haben könnten. Die Wirkungen reichen von der Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit Koronare Herzkrankheit (Circulation 2009; 120: S461) bis zur Rezidivprophylaxe bei Depressionen (Archives of General Psychiatry 2010; 67: 1256-1264). © rme/aerzteblatt.de
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Medizin
Wie Meditationen das Gehirn verändern
| dpa |
Boston – Meditationsübungen zur Stressbewältigung hinterlassen bereits nach wenigen Wochen Spuren im Gehirn. Eine deutsch-amerikanische Forschergruppe in Psychiatry Research (2011; 191: 36-43) hat sie mit der Kernspintomographie sichtbar gemacht.
Die „Mindfulness-Based Stress Reduction“ oder MBSR (auf Deutsch: „Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“) wurde in den späten 70er Jahren von dem US-Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn entwickelt. Das von ihm an der University of Massachusetts in Worcester gegründete Center for Mindfulness bietet seit mehr als 30 Jahren Kurse an. Dort lernen die Teilnehmer an 8 wöchentlichen Sitzungen verschiedene Meditationen und Yoga-Übungen.
Die Gruppe um Sara Lazar vom Massachusetts General Hospital in Boston, zu der auch Britta Hölzel vom Bender Institute of Neuroimaging der Universität Giessen gehört, hat jetzt untersucht, ob die Meditationen zu sichtbaren Veränderungen im Gehirn führen. Dazu wurden 16 Teilnehmer zwei Wochen vor dem Kurs und ein zweites Mal nach dem Abschluss kernspintomographisch untersucht.
Mittels einer voxel-basierten Morphometrie wurde die Größe der grauen Hirnsubstanz im Gehirn bestimmt. Die Kontrollgruppe bestand aus 17 Personen, die sich in die Warteliste des Center for Mindfulness eingetragen hatten.
Die Forscher konzentrierten sich bei den Messungen auf Hirnareale, in denen am ehesten Veränderungen zu erwarten sind. Sie fanden diese in einer vermehrten Dichte der grauen Hirnsubstanz im Hippocampus.
Diese im Temporallappen lokalisierte Schaltstation des limbischen Systems hat wichtige Funktionen für Lernen für Gedächtnis. Veränderungen wurden auch im posterioren Gyrus cinguli, im präfrontalen Cortex, in den Amygdala, im temporoparietalen Übergang und im Kleinhirn gefunden.
Die Forscher bringen einige dieser Zentren mit der Selbstwahrnehmung, Anteilnahme (Compassion) und Selbstbeobachtung (Introspektion) in Verbindung, die durch die Meditation verstärkt werden sollen. Die Amygdala sind an der Verarbeitung von Angst und Stress beteiligt, die durch die buddhistische Meditation verbessert werden soll.
Nicht alle Befunde fügen sich in das Konzept. So hatten die Forscher auch eine Vergrößerung der Inselrinde (Insula) erwartet. Dieser Region schreiben Hirnforscher eine wichtige Rolle in der Selbstwahrnehmung und Empathie zu. Frühere Studien hatten hier Veränderungen angezeigt. Warum sie dieses Mal nicht sichtbar wurden, ist unklar.
Die Ergebnisse zeigen erstmals, dass frühere Studienergebnisse, die der MBSR oder anderer Meditationsformen günstige klinische Wirkungen zuschreiben, eine morphologische Basis im Gehirn haben könnten. Die Wirkungen reichen von der Senkung des Blutdrucks bei Patienten mit Koronare Herzkrankheit (Circulation 2009; 120: S461) bis zur Rezidivprophylaxe bei Depressionen (Archives of General Psychiatry 2010; 67: 1256-1264). © rme/aerzteblatt.de
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1 Kommentare:
Interessanter Ansatz zur Stressbewältigung!
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